Dr. iur. Maximilian Eisenberger
Königlich-bayerischer Notar in Bad Tölz · 12. August 1829 in Burghausen – 9. April 1887 in Bad Tölz
Mit Maximilian Eisenberger vollzog die Familie den entscheidenden sozialen Aufstieg vom altbayerischen Bierwirts- und Gütlerhaushalt in Burghausen in das gebildete katholische Bürgertum des Königreichs Bayern. Der jüngste Sohn des Bierwirts Joseph Stanislaus Eisenberger und der Elisabeth Meßner besuchte das Wilhelmsgymnasium München, an dem er 1848, im Jahr der europäischen Revolutionen, das Abitur ablegte.
An der Münchener Universität studierte er Rechtswissenschaft, legte 1852 das juristische Staatsexamen ab und absolvierte 1854 den Staats-Concurs. Nach Jahren als Konzipist und Akzessist erhielt er 1859 seine erste planmäßige Stellung als Assessor am Königlichen Landgericht Bad Tölz – seine Anstellung wurde im Sommer 1859 im Bayerischen Kurier bekanntgegeben. Im Jahr 1862 übernahm er das Notariat in Bad Tölz und führte das Amt fünfundzwanzig Jahre lang bis zu seinem Tod.
Bad Tölz war damals ein etwa 4.000 Einwohner zählender Marktflecken am Eingang in die oberbayerischen Voralpen, von Salinen und beginnendem Kurtourismus geprägt. Maximilian Eisenberger beurkundete dort einen wesentlichen Teil der Grundstücks-, Erbschafts- und Heiratsverträge des Tölzer Mittelstandes. Ab 1864 war er zugleich Major und Kommandant des Landwehrbataillons Bad Tölz – eine in einer süddeutschen Provinzhauptstadt typische Doppelfunktion.
Maximilian Eisenberger
Notar in Bad Tölz
Schreibender Notar
Maximilian Eisenberger machte sich über das Niveau eines reinen Verwaltungsjuristen hinaus einen Namen als Verfasser der historischen Begleittexte zu den „Driendl’schen Geschichtsbildern des bayerischen Volkes“. Über den letzten Wittelsbacher Teilfürsten verfasste er die Festgabe „Georg der Reiche“. Beide Werke verbanden archivalische Sorgfalt mit einem populären, an die heimatkundliche Bildung des bürgerlichen Lesepublikums gerichteten Ton.
Auszeichnungen
- 1880: Ritterorden vom Heiligen Michael I. Klasse, verliehen durch König Ludwig II. von Bayern
- 1886: Herzoglich Nassauischer Militär- und Civil-Verdienst-Orden Adolphs von Nassau – für Verdienste um die Vereinigung des Nassauischen Fideikomisses in Bayern
Familie
Am 10. September 1853 heiratete Maximilian Eisenberger in München die Hoffischerstochter Magdalena Kuffer. Die Verbindung brachte eine angesehene altmünchner Familie und einen festen Wohnsitz mit sich. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor; drei davon starben im Kindbett, vier Söhne überlebten und ergriffen alle akademische Berufe:
- Dr. med. Ludwig Friedrich Maria (1862–1901), praktischer Arzt in München
- Friedrich Maximilian Maria (1863–1942), Direktor der Süddeutschen Bodenkreditanstalt
- Dr. iur. Carl Joseph Maria (1864–1951), Rechtsanwalt und Geheimer Justizrat, I. Präsident des Aufsichtsrats der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank
- Eugenius Georg Maria (1867–1948), Apotheker der Marien-Apotheke in Stadtamhof
Drei früh verstorbene Geschwister:
- Maximilian Ludwig Maria (23. Juli 1860 – 17. Februar 1861, Bad Tölz)
- Maria Magdalena Rosalia (22. Mai 1868 – 2. Mai 1870, Bad Tölz)
- Maximilian Robert Maria (24. September 1870 – 28. November 1870, Bad Tölz)
Andenken
Maximilian Eisenberger starb am 9. April 1887 in Bad Tölz, fünf Monate vor seinem 58. Geburtstag. Seine Witwe Magdalena überlebte ihn um sechzehn Jahre. Im Familiengrab Eisenberger auf dem alten Friedhof von Bad Tölz versammeln sich Maximilian, Magdalena und die drei früh verstorbenen Geschwister. An den Notar erinnert noch heute die Eisenberger Straße in Bad Tölz – einer der wenigen oberbayerischen Straßennamen, die einem lokalen Notar gewidmet sind.